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Deutschlands Armutszeugnis

Immer wieder müssen Menschen in Notunterkünften untergebracht werden, weil es zu Übergriffen innerhalb der Partnerschaft kam. Die letzten Jahre zeigen einen deutlichen Anstieg von häuslicher Gewalt. 

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Das Bundeskriminalamtes (BKA) erfasst seit 1953 bestimmte Straftatgruppen, wie Mord, gefährliche Körperverletzung, sexuelle Übergriffe, sexuelle Nötigung und Vergewaltigung. Seit 2017 wurden u. a.  Stalking, Nötigung (psychische Gewalt), Freiheitsberaubung und Zwangsprostitution aufgenommen. Im Jahr 2020 waren rund 150.000 Menschen Opfer partnerschaftlicher Gewaltdelikte. Das entspricht knapp 20 Prozent aller Opfer, die in die polizeiliche Kriminalstatistik einfließen. Bereits in den Jahren zuvor war eine Zunahme von Partnerschaftsgewalt erkennbar; im Jahr 2020 gab es noch einmal eine deutliche Zunahme von fast 5 Prozent im Vergleich zu 2019. 

Wenn das Heim zur Hölle wird

Eine Studie der Technischen Universität München aus 2020 hat mittels einer repräsentativen Online-Befragung für Frauen dargestellt, dass mehr als 3 Prozent körperliche Gewalt erfahren, in mehr als 6 Prozent der befragten Haushalte gibt es zudem Kindergewalt. Darüber hinaus fühlen sich knapp 4 Prozent von ihrem Partner bedroht, etwas mehr als 2 Prozent dürfen das Haus nicht verlassen und bei fast 5 Prozent reguliert der Partner die sozialen Kontakte. Nahezu 4 Prozent der Befragten äußerten, dass sie zum Geschlechtsverkehr gezwungen wurden.

Quarantäne lässt Gewaltpotenzial wachsen

In dem Jahr der Studie wurden aufgrund der pandemischen Lage Quarantäne-Anordnungen verhängt und zwei Lockdowns ausgerufen. Viele Familien waren dadurch über lange Zeiträume zusammen im eigenen Heim eingesperrt. Die Studie zeigt, dass das Risiko hinsichtlich des Gewaltpotenzials in Quarantäne enorm steigt. Fast ein Drittel der befragten Frauen melden verbale Konflikte. Etwas mehr als 7 Prozent berichten von physischen Konflikten und ebenfalls 7 Prozent haben Angst vor dem eigenen Partner.2

Die Maßnahmen im letzten Jahr könnten erneut zu einem deutlichen Anstieg der häuslichen Gewalt geführt haben. Oftmals wissen die Betroffenen nicht, wo sie Hilfe erhalten können. Zudem findet häufig eine Überwachung durch der Partner statt. Deshalb sollte Hilfe im Internet leicht zu finden und einfach zugänglich sein.

Informationen gibt es unter folgenden Adressen:

  1. Bundeskriminalamt: Partnerschaftsgewalt, Kriminalistische Auswertung – Berichtsjahr 2020
  2. Technische Universität München: Gewalt an Frauen und Kindern in Deutschland während COVID-19-bedingten Ausgangsbeschränkungen, 2020
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