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Digitalisierung first – Gesundheit second

Die Digitalisierung schreitet rasch voran und mit ihr die Nutzung digitaler Medien. Seit fast 90 Jahren gibt es das Erste Deutsche Fernsehprogramm. Doch während es zu seiner Einführung eines der Haupt-Nachrichtenquellen war, haben heute Smartphones, elektronische Spiele und die sozialen Medien den Markt erobert.

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Das Land der Spielwütigen

In Deutschland leben in etwa 34 Millionen Menschen, die zumindest regelmäßig am Computer oder an der Konsole spielen. Erschreckend daran ist jedoch, dass etwa 10 Prozent, also etwa 3 Millionen, der Spieler Kinder im Alter von neun Jahren oder jünger sind. Welche Auswirkungen hat das für die Kinder? Kann die Nutzung der zur Verfügung stehenden Medien für sie gefährlich werden?

Die lauernden Gefahren

Laut einer Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf gibt es seit 2019 einen Anstieg der pathologischen, also krankhaften, Nutzung sozialer Medien. So gibt es 2021 bereits mehr als eine Viertel Million Kinder und Jugendliche, die knapp vier Stunden täglich mit Instagram, TikTok und Co verbringen.

Vier Prozent aller 10- bis 17-jährigen Kinder und Jugendlichen nutzen derzeit digitale Spiele krankhaft. Das ist ein Anstieg um mehr als 50 Prozent. Im letzten Jahr gab es demnach knapp 250.000 Kinder und Jugendliche, die mit digitalen Spielen mehr als vier Stunden täglich verbrachten.[1] Die Ursache für diese drastische Veränderung waren die Einschränkungen von Kontakt- und Freizeitmöglichkeiten. Aber was ist schon an der Nutzung dieser Medien verwerflich? Denn schließlich kommunizieren Kinder und Jugendliche auch über diese Netzwerke mit ihren Freunden, oder?

Bereits die Kleinsten betroffen

Das Institut für Medizinökonomie und medizinische Versorgungsforschung (IMÖV) und der Berufsverband der Kinder und Jugendärzte (BVKJ) legten dar, dass knapp 80 Prozent der 7- bis 8-Jährigen bereits mehr als eine halbe Stunde täglich das Smartphone oder den Fernseher nutzen. Darüber hinaus stellten sie einen Zusammenhang zwischen Mediennutzung und Kindesentwicklungsstörungen fest. Beispielsweise zeigten sich bei knapp 25 Prozent der 5-jährigen Sprachentwicklungsstörungen, die den Fernseher mindestens eine halbe Stunde täglich nutzen. Bei einer täglichen Smartphone-Nutzung von 30 Minuten liegt der Anteil schon bei 35 Prozent.[2]

Die Gesundheit muss an erster Stelle stehen

Die Nutzung von Medien ist in vielen Fällen eine Erleichterung. Doch sie birgt auch Gefahren. Bereits eine scheinbar geringe Nutzungsdauer des Smartphones von etwa 30 Minuten täglich kann einen Einfluss auf die Entwicklung des Kindes haben. Entscheidend ist, dass sie nicht nur Sprachentwicklungs- und Konzentrationsstörungen mit sich bringt, sondern auch die Verdrängung wichtiger kindlicher Aktivitäten, wie der soziale Austausch mit Gleichaltrigen. Dieser ist für Kinder essenziell. Anstatt einfach sorglos Schülerinnen und Schüler ganzer Klassen mit Laptops oder neuerdings Tablets auszustatten, sollte wissenschaftlich untersucht werden, welche Auswirkungen diese Geräte auf die Kindern haben. Erst nach einer dezidierten Untersuchung sollte entschieden werden, ob das Bildungssystem digitalisiert wird. Fraglich ist auch, warum das Bildungssystem digitalisiert werden muss. Warum reicht es nicht, den Kindern einen guten, verantwortungsvollen Umgang mit der Technik zu vermitteln?

  1. DAK & Universitätsklinikum HH-Eppendorf: Mediensucht während der Corona-Pandemie, 2021
  2. Institut für Medizinökonomie und medizinische Versorgungsforschung (IMÖV) und Berufsverband der Kinder und Jugendärzte (BVKJ): BLIKK – Medien, 2016
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