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Vom Putinversteher, den Nato-Träumern und dem Big Business

Ein Kommentar aus Flensburg.  

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Was denken Sie? Wäre es nicht generell schlau von uns, wenn wir alle machtbesessenen Imperialisten dieser Welt – die so viele Kriege anzetteln und Regierungen stürzen – verstehen würden?

Den Begriff „Putinversteher“ haben Sie in den letzten Wochen bestimmt auch irgendwo gelesen oder gehört. Natürlich ist wohl den meisten von uns klar, dass dieser Begriff einem bestimmten Ziel dienen soll. Wer beispielsweise Kritik an der aktuellen Kriegsbeteiligung äußert, soll so möglichst mundtot gemacht werden.

Wäre es nicht gut, wenn wir alle „Putinversteher“ wären?

Wenn wir den Präsidenten der Russischen Föderation und seine Beweggründe wirklich verstehen würden? Und wenn wir schon dabei sind, auch die Beweggründe der USA? Denn auch wenn man Menschen (wie z.B. Putin) nicht mag, wirkt es für mich doch deutlich intelligenter, wenn man sein Gegenüber bestmöglich einschätzen kann. Das ist auch eine der bedeutendsten Sichtweisen aus Szun Tsu’s „Kunst des Krieges“. Ein Buch, das ich während meiner Zeit im Management las. Es gilt als das früheste Buch über Strategie und ist bis heute lehrreich – nicht nur für Mitglieder von Armeen und Großmächten. Ich denke, es könnte uns allen nicht schaden, die aktuellen Beweggründe und Motivatoren bei so gravierenden Ereignissen zu kennen.

Wir kaufen doch nicht bei Schurken!

Der Hauptgrund unserer Energiekrise ist die fehlende Gasversorgung. Wir kaufen bekanntlich kein russisches Gas mehr, weil man ja nicht bei den Bösewichten der Welt kauft. So weit so gut. Das Argument verstehe ich. Und es kommt meiner Ideologie und meiner Werte-Einstellung auch sehr entgegen. Imperialisten, die Kriege beginnen, mag ich halt auch nicht. Aber wie steht es denn um die Alternativen? Sind unsere aktuellen Anbieter denn wirklich besser? Lohnt es sich gar, da mal genauer hinzuschauen? Zuletzt las ich doch gerade erst von Bundeskanzler Scholz, dass er in Saudi-Arabien nach flüssigem Gas fragte und laut RWE auch Vereinbarungen getroffen hätte.

Sind die Alternativanbieter denn besser?

Die Saudis führen seit 2015 Krieg im Jemen. Mehr als 400.000 Menschen wurden im Jemen-Konflikt bereits getötet, Durch die jahrelangen militärischen Auseinandersetzungen wurden mehr als 4,3 Millionen Menschen innerhalb des Landes vertrieben. Bereits 2021 wurde von mehr als 10.000 toten oder verstümmelten Kindern berichtet. Die Vereinten Nationen stufen den Krieg und seine Folgen als „schlimmste humanitäre Krise der Welt“ ein. Warum scheinen wir von diesem Konflikt in unseren Breitengraden kaum Notiz zu nehmen? Das entspricht doch dem vierzigfachen der Toten in der Ukraine.

In Saudi-Arabien werden außerdem grundlegende Menschenrechte nicht beachtet. So werden Homosexuelle ausgepeitscht, die Meinungs- und Religionsfreiheit unterdrückt und gewaltlose, politische Oppositionelle inhaftiert. Haft wird ohne Anklage und Gerichtsverfahren angeordnet. Und Frauen? Die dürfen seit kurzem immerhin die gleichen Ein – und Ausgänge benutzen und im selben Raum in einem Restaurant sitzen wie Männer. Aber nicht zu früh freuen, denn Frauen unterliegen einer gesetzlichen männlichen Vormundschaft. Warum gibt es hier kein Aufbegehren?

USA! USA! USA!  – …USA?

Unsere Freunde aus dem Nato-Bündnis lassen uns nicht hängen. Sollte man zumindest meinen. Denn die USA haben sich ja auch an Europa gewandt, als die Preise für Öl nach oben schossen. Daraufhin wurden für die befreundeten United States auch in Europa extra die nationalen Ölreserven angezapft. Man ging jetzt daher wohl davon aus, dass diese Solidarität – unter vermeintlichen Freunden – auch bei der Gestaltung der Gaspreise möglich sein sollte. In der Realität jedoch hat „Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck gerade mehreren Staaten vorgeworfen, überhöhte Preise für Erdgas zu verlangen, darunter auch die USA. Der Grünen-Politiker sagte der ‚Neuen Osnabrücker Zeitung‘, einige Länder erzielten Mondpreise – auch befreundete.“ Wir kaufen jetzt also völlig überteuertes Fracking-Gas bei anderen Imperialisten. Darf ich kurz an unsere Freunde erinnern?

1948 manipulierte die CIA die Wahlen in Italien. 1950 bombardierten die USA Nordkorea. 1953 stürzten die USA die iranische Regierung, 1954 dann die Regierung in Guatemala. 1961 versuchen die USA dann die Regierung in Kuba zu stürzen, besser bekannt als Invasion der Schweinebucht. Es kam fast zum dritten Weltkrieg. 1964 beginnen die USA Vietnam zu bombardieren, mit der Begründung das die Vietnamesen begonnen hätten. Heute wissen wir – es war reine Inszenierung. NSA-Offiziere manipulierten und verbreiteten gezielte Falschmeldungen. Die USA suchten einen Vorwand, um eine strategische Offensive zu beginnen. Das Ergebnis: 11 Jahre Krieg und drei Millionen Tote. 1973 kommt es in Chile zu einem von den USA geförderten Militärputsch gegen den demokratisch gewählten marxistisch-sozialistischen Präsidenten Salvador Allende. Stattdessen platzieren die USA dort den Diktator Pinochet. Kurz darauf wird die dortige Opposition über dem Pazifik aus einem Flugzeug geworfen. 1979 unterstützen die USA die Mudschahidin in Afghanistan. Sie bewaffnen diese (Osama bin Laden, Al Qaida) während der Achtziger unter anderem mit Stinger-Raketen, um russische Hubschrauber abzuschießen. 1999 verhelfen die USA dann Saddam Hussein zur Macht im Irak. Warum? Weil die USA den Iran schwächen wollten. Saddam beginnt den Krieg mit dem Iran. Er dauert von 1980-1988. Aber damit nicht genug. Gleichzeitig beliefern die USA auch den Iran mit Waffen, um gleich beide Nationen zu destabilisieren. Georg Friedman (Amerikanischer Geo-Stratege) sagte, man solle

Die Deutschen und die Russen gegeneinander hetzen

..weil es ein Vorteil für das US-Imperium sei. 1986 folgte dann die Operation El Dorado Canyon. Ein Luftangriff der USA gegen Ziele in Libyen. 1990 marschiert S. Hussein dann in Kuwait ein.  US-Botschafterin April Glaspie signalisierte Saddam Hussein kurz vor dem Einmarsch der irakischen Truppen in Kuwait, dass die Vereinigten Staaten in dieser Frage keine Haltung hätten. Dennoch griffen die Amerikaner gleich nach dem Einmarsch an und bombardierten während der Operation Desert Storm den Irak und Kuwait. Mehr als 500.000 Kinder starben bis 1996 in diesem Krieg. In dem Jahr äußerte die US-Außenministerin Madeleine Albright im Fernsehen dazu etwas, das ich bis heute nicht fassen kann. Auf die Frage einer Journalistin, ob die 500.000 getöteten Kinder dieses Krieges den Preis wert gewesen wären, antwortet sie „I think this is a very hard choice, but the price — we think the price is worth it.“

1999 machten wir dann gemeinsame Sache mit den USA

Gerhard Schröder und die Grünen beteiligen sich am illegalen Angriffskrieg gegen Serbien. Die Nato beginnt mit Luftschlägen im damaligen Jugoslawien. Unsere Regierung behauptete damals, es gäbe dort Konzentrationslager. Allein dieses Wort löst bei den Deutschen viel aus. Sehr viel. Es gab aber keine Konzentrationslager. Ein illegaler Angriffskrieg unter falschem Vorwand mit einer Rot/Grünen Regierung.

Ich kürze an dieser Stelle lieber ab, ich könnte noch lange weiter machen. Von den meisten der weiteren Beteiligungen/Kriegen der USA haben Sie bestimmt selbst etwas mitbekommen: Afghanistan, Libyen, Irak, Jemen, Syrien.

Die richtigen Fragen stellen.

Wer sind denn die großen Profiteure des aktuellen Krieges in der Ukraine? Jedem sollte doch klar sein, dass gerade auch gigantische Gewinne erzielt werden. Allen voran: Rüstungs- und Energiekonzerne Übrigens… by the way…die USA fordern aktuelle große Mengen Geld von der EU, denn die USA verleihen oder verpachten ihre Waffen nur an die Ukraine.  Weil diese Waffen dann zum Ende des Krieges überwiegend beschädigt oder zerstört werden, sind sie anschließend meist nichts mehr Wert. US-Beamte teilten der EU mit, „es wäre besser, das Geld als nicht rückzahlbare Zuschüsse zu gewähren und nicht als Darlehen.“

An der Stelle möchte ich noch mal an die aktuellen Mondpreise für völlig überteuertes Fracking-Gas aus den USA erinnern. Das Land, das sich gerade kräftig darum bemüht, erfolgreiche deutsche Konzerne zur Umsiedelung in die USA zu bewegen. Ihr bestes Argument dafür – die deutlich günstigeren Energiepreise.

Sind Sie der Meinung, dass wir da die richtigen Freunde haben oder so viel besser einkaufen?
Und wäre es nicht langsam mal an der Zeit, alle Seiten des Krieges zu betrachten, statt medial aufeinander loszugehen und Totschlag-Argumente zu nutzen? Wann beginnen endlich die Diplomatie und die Friedensverhandlungen, um möglichst viele Menschenleben zu retten? Deeskalation statt nuklearer Bedrohung.  

Geht’s überhaupt noch darum, zum Frieden zurückzukehren? Oder doch mittlerweile eher darum, den Krieg um jeden Preis zu gewinnen?

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